Ein Traum von einem Spaziergang

09.12.2017

 

Heute hatte ich meinen freien Tag.

Little E war mit Mama unterwegs. Freie Bahn für mich. Aufstehen, Espresso trinken und dann per Umweg in die Stadt. Ich mache gerne einen Umweg durch die Grün 80.

 

Die Grün 80 ist ein etablierter Ort für allerlei Menschen: Künstler, Tierfreunde, Ausflügler, Familien, Botanic-Fanatics, Spielfreunde, und auch ein bisschen was für Genussmenschen. Das Kulinarische Angebot ist wie fast überall in der Schweiz an hochfrequentierten Plätzen - mittlere Qualität zu horrenden Preisen = meiner Meinung nach, eine Unverschämtheit oberster Klasse aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

 

Die Grün 80 bietet eine unglaublich grosse Fläche zum austoben, spielen, sitzen und eben spazieren. Es gibt Wege, die sind kaum belaufen. Das bedeutet Ruhe und einatmen von frischer Luft und aufsaugen von Energie, die uns die Natur einfach so gratis zur Verfügung stellt.

 

Auf meinem Weg durch die Grünanlage fallen mir allerlei Eltern auf:

 

- Frisch gebackene; der eine Partner trägt das Kind im Manducca, der andere schiebt den Wagen vor sich hin - beide ruhig

- Eltern, die mit ihren Kindern, herumblödeln, herumrennen und die gesamte Fläche auskosten

- Väter, die mit ihren Kindern die Natur erkunden

- Eltern, die sich über ihre Kinde unterhalten

- uva

 

Ich laufe schmunzelnd den Wegen entlang, Richtung Stadt. Die Ruhe wird weniger, die Hektik mehr, der Ton härter.

 

Eltern sind mit ihren Kindern unterwegs, ziehen sie durch die langen Shoppingmeilen und die überfüllten Geschäfte - klar es ist Vorweihnachtszeit und die Stadt ist voll aber die Hektik beherrscht die Gelassenheit. An der Kasse stehen Süssigkeiten (die fieseste Masche aller Grosshändler, wie ich finde). Die Kinder schreien danach, die Eltern bleiben stur. An der Shoppingmeile geben die Erwachsenen das Tempo vor - die kleinen aber kommen nicht nach: Sie möchten sich die Schaufenster genauestens anschauen und die ganze Slide-Show auf dem nächsten grossen Bildschirm bis zum Ende gucken. Ganz abgesehen davon, dass die Kinder, sobald sie es können und es sich zutrauen, jeden Tram-Einstieg- und Ausstieg selbst bewältigen möchten - was den Eltern und vor allem den vielen anderen Menschen nicht all zu grossen Spass bereitet. Denn es geht um Zeit - Familienessen stehen an, die Rezepte sind gewählt, die Zutaten sollten so schnell wie möglich in den Einkaufskorb und der Weg nach Hause, mit so wenig Hindernissen wie möglich, machbar sein.

 

Beunruhigend oder nicht. Jeder hat seine eigene Vorstellung, sein eigenes Tempo und vor allem seine eigene Einstellung.

 

Ich fand meinen Frieden in der Vorweihnachtlichen Basler Innenstadt, als ich Eltern gesehen habe, die in aller Seelenruhe mit ihren Kindern durch die Stadt spazierten - ob Neugeborene, oder schon ältere. Diese Familien könnten das Tempo einer ganzen Stadt beeinflussen, wenn wir uns nur ein kleines bisschen mehr auf die Mitmenschen anstatt auf das ausgewählte Rezept fokussieren würden.

 

stay tuned..!

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