la le lu und die Nacht ist nicht gerettet

25.11.2017

 

19:30 ist "Zu-Bett-geh-Zeit"

 

Meine Frau und ich wechseln uns ab, wer Little E ins Bett bringt. Das funktioniert in der Regel auch wunderbar. Aber seit ca. 2-3 Wochen ist es aus und vorbei mit unserem Plan. Nicht mehr wir "bestimmen", wer sie ins Bett bringen kann, sondern sie - der fast 2-Jährige kleine Mensch macht das. Das ist krass. Klar möchte ich meine Tochter so erziehen, dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen kann aber muss das jetzt schon sein? Come on - mit nicht mal zwei Jahren! 

 

Das sieht dann so aus:


- Abendessen fertig - Little E schreit nach Mama

- Mama kündigt Zähne putzen an - Little E schreit nach Papa

- Papa putzt die Zähne - Little E schreit nach Mama

- Mama beruhigt sie wieder und bringt sie ins Bett - Little E schreit nach Papa

- Papa übernimmt und singt sie in den Schlaft - Little E macht mit und schläft ein (Joker, Jackpot, Full House, Stängeli, Rekord, Meilenstein - alles Gefühlsarten, die den Moment beschreiben, wenns mal klappt und nicht sofort der nächste Wechsel anfällt.

 

Soweit so gut oder doch nicht

 

"la le lu" singe ich für Little E und sie geniesst mein Dasein. Sie fühlt sich geborgen und in Sicherheit. Sie ist ruhig und fällt langsam in den Schlaf. Ich bin sehr zufrieden. Und begebe mich langsam aus dem Zimmer. Alles wunderbar.

Little E schläft momentan meistens zwei Stunden durch und dann schreit sie. Sie schreit anfangs eher leise und unbestimmt. Wenn ich das Zimmer betrete merkt sie es und erhebt die Lautstärke. Als Vater kommst Du dir dann schon etwas komisch vor. Eigentlich hattest Du vor, nochmals Geborgenheit, Sicherheit und Ruhe zu vermitteln - was dir entgegen kommt ist noch mehr Unruhe, Verunsicherung und Unzufriedenheit. Was machen? Wie kann ich sie beruhigen? Was ist der Grund? Ist etwas passiert? Hat sie schlecht geträumt? Ist sie durstig? Braucht sie Nähe? + ca. 100 andere, ähnliche Fragen schiessen mir durch den Kopf.

 

Der Kreis schliesst sich

 

Wenn sich Little E nach Minuten wieder etwas beruhigt hat, kommen meine Fragen an. "Willst Du was trinken"? "Hast Du Angst"? "Soll ich hier bleiben"? etc.

Die Antwort ist oft: "Mama"

Da stehst Du als Elternteil, als Vater deines Kindes da und bist in dem Moment nicht gut genug, oder die falsche, bzw. nicht die richtige Person, die das kleine Lebewesen braucht.

 

Der ruhige Mann

 

Ich habe vor zwei Wochen einen Mann im Zug beobachtet, der über 30 Minuten seinen schreienden Sohn versucht hat zu beruhigen! Ich dachte mir: "So ruhig möchte ich in ähnlichen Situationen auch sein"! Diese Gedanken kommen hoch, wenn Little E in meinen Arme schreit. Ich versuche sie zu beruhigen, mit Worten, mit Nähe, mit Aufmerksamkeit, Mit Ruhe und hoffe, dass irgendetwas klappt. Ich erkläre ihr, dass Mama schläft und ich hier bin, für sie. Ich versuche zu vermitteln, dass ich das auch kann. Ganz ehrlich: Manchmal gelingt es mir und manchmal bringe ich sie einfach zu Mama.

 

Wenn dein eigenes Kind schreit, Du alles mögliche versuchst und es doch nicht klappt, dann gesteh dir ein, dass Du in diesem Moment nicht die Lösung des Problems bist. Suche die Lösung und versuche nicht krampfhaft etwas zu erzwingen, um dir selber etwas zu beweisen. Dein "ICH" ist in diesem Moment nicht gefragt - sondern, dass deines Kindes.

 

..stay tuned!

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