Was für ein Morgen

10.04.2017

Heute Morgen war mal wieder so ein Morgen an dem ich nichts ahnend vor mich hin schlief und nichts aber auch gar nichts Überraschendes ahnte. Das Aufwachen ist ja schon seit 1 1/2 Jahren nicht mehr so wie anfangs 20.

 

Ich schlief im Kinderzimmer und meine Frau mit Little E im Ehezimmer. Wir schlafen seit einiger Zeit doch tatsächlich in getrennten Zimmern - das war meine Idee. Um einerseits meiner Frau den langersehnten Schlaf zurück zu schenken und andererseits, darf so jeder von uns beiden ein paar Nächte hintereinander Kraft tanken. Soweit so gut. Auf ein Mal steht meine Frau da, mit Little E im Arm, verzweifelt, und bittet mich zu übernehmen - die Nacht sei schrecklich gewesen. Little E ist seit einigen Tagen erkältet, kann entsprechend nicht richtig durch die Nase atmen, denn Nuggi braucht sie aber um sich beruhigen. Ich wusste in diesem Moment weder welcher Tag, noch welche Uhrzeit war. Was anderes ausser "klar, lass mich nur schnell aufwachen, dann übernehme ich" kam mir nicht über die Lippen. Ich also da, mit Little E im Arm, meine Frau wieder im Bett.

 

Little E zeigt mir mit ihrer Gebärdensprache, dass sie Hunger hat (Little E hat zum Glück und Gottseidank keinen Hörfehler oder irgendeine andere Behinderung) - (meine Frau wollte aber dass sie die Zeichensprache bzw. Zwergensprache lernt. Babys können diese Sprache ab dem 6. Monat mit ein bisschen Übung einfach lernen). Ich also los zum Wasserkocher, Little E sitzt auf der Küchenablage. In der Ecke hat sie ihren Platz, da ist sie sicher und hat den Überblick, kann mir beim Kochen zuschauen und ab und zu hilft sie mir - vor allem lernt sie tagtäglich wie ich ihr bzw. unser Essen zubereite, immer frisch, meistens gesund, schnell und einfach und ab und zu gibts ric

 

htige HausMannsko(ch)/s/t, sprich Pasta und Curry Wurst (Sauce natürlich selbst gemacht) oder Risotto à la Big E, mit Safran und viiiiiiel saisonalem Gemüse.

 

Ich bereite ihren Schoppen vor und sie schaut gespannt zu. Sie kennt ja das Prozedere aber ich glaube, dass sie auch ein bisschen bewusst geniesst, dass sie ihre Milch noch nicht selber zubereiten muss. In der Zeit in der sie den Schoppen trinkt, mache ich uns unser Müesli. Für sie die einfach zu verdauenden Flocken mit Milch und ein bisschen Joghurt und für mich die Erwachsenen Müesli mit Joghurt und Laktose freier Milch - ganz wichtig zu trennen, nicht dass sich ihr kleiner Körper an die Laktose freie Milch gewöhnt. Der Schoppen ist ausgetrunken, Little E wiederholt "goku", "goku", "goku", was so viel heisst wie Joghurt. Mit der Zwergensprache kann sie uns einerseits schon seit dem 7. Monat sagen was sie möchte, andererseits fördert die Zeichensprache ihr vernetztes Denken. Wir sitzen also da, Little E löffelt schon ganz alleine an ihrem Müesli und ich stolz wie Oscar sitze da, bewundere sie und schaufle in meinem Müesli. Nachdem sie fertig gegessen hat, frage ich sie, ob sie müde ist. Sie nickt. Ich weiter, "willst Du schlafen". Sie nickt. Also nehme ich sie zu mir, wir legen uns auf das aufklappbare Sofa, das im Kinderzimmer steht und schlafen beide ein.

 

Kurz vor Mittag wache ich auf und sehe Little E im Bett neben mir am lernen. Sie zeigt auf die Holzstäbe an ihrem Bett und die Sticker, die ihre Mama schon als Kleinkind an das Kinderbett geklebt hat. Ich erwache langsamer als noch vor ein paar Stunden. Sie zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, wie sehr sehr oft. Ich frage sie, ob sie gut geschlafen hat? Sie schaut mich mit ihren grossen Augen an und weiss nicht, was ich genau von ihr wissen will. Ich bin trotzdem zufrieden. Wir hören, dass Mama auch schon wach ist, also rufen wir zusammen "Mama", "Mama", "Mamaaaaaaa". Sie kommt runter, die Tür geht auf, alle strahlen. Die Welt ist wieder in Ordnung, alle ausgeruht und bereit für den Tag - ist ja erst kurz vor Mittag...

 

..stay tuned!

 

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